Partizipation

Kinderrechte, Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten bei LegAn

Kinderrechte ernst nehmen

LegAn setzt sich aktiv für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention ein. Kinder und Jugendliche werden alters- und entwicklungsgerecht über ihre Rechte informiert – in persönlichen Gesprächen sowie mithilfe verständlicher Materialien. Dazu gehören unter anderem der Willkommensordner/ Logbuch sowie ergänzende Broschüren externer Fachstellen wie dem Kinderschutzbund oder dem Kinderschutz-Zentrum Westküste.

Unser Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche ihre Rechte kennen, verstehen, wahrnehmen und für sie eintreten können.

Beteiligung als Grundhaltung

Beteiligung ist ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Wir begegnen Kindern, Jugendlichen, Eltern und allen Beteiligten mit Respekt, Wertschätzung und Offenheit. Ihre Meinungen, Wünsche und Anliegen werden ernst genommen und aktiv in alle Prozesse einbezogen.

Partizipation und Beschwerdemöglichkeiten gehören bei LegAn untrennbar zusammen. Eine beteiligungsfördernde und beschwerdefreundliche Haltung aller Mitarbeitenden ist die Grundlage für Vertrauen, Transparenz und gelingende Hilfeverläufe.

Beteiligung im gesamten Betreuungsprozess

Kinder, Jugendliche und Sorgeberechtigte wirken aktiv an allen Phasen der Betreuung mit, insbesondere bei:

  • Aufnahme und Anbahnung
  • Hilfeplanung gemäß § 36 SGB VIII
  • Regelmäßigen Gesprächen und Evaluationen
  • Gestaltung des pädagogischen Alltags
  • Beendigung der Hilfe

Die betreuten Kinder und Jugendlichen werden als Expert*innen für ihr eigenes Leben verstanden. Ihre Perspektiven fließen sichtbar und nachvollziehbar in Entscheidungen und Dokumentationen ein.

Beteiligung im pädagogischen Alltag

Im Alltag haben Kinder und Jugendliche vielfältige Mitbestimmungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei:

  • Regeln des Zusammenlebens
  • Freizeitgestaltung und Hobbys
  • Essenswünschen
  • Zimmergestaltung und Kleidung
  • Schule, Ausbildung und Zukunftsplanung
  • Mediennutzung
  • Religiöser Praxis
  • Kontakten zur Herkunftsfamilie

Beteiligung wird altersgerecht gestaltet und kontinuierlich gemeinsam weiterentwickelt.

Beteiligung bei Aufnahme und Hilfeplanung

Eine Aufnahme bei LegAn erfolgt grundsätzlich nur mit Zustimmung des Kindes oder Jugendlichen, soweit dies altersentsprechend möglich ist. Der Aufnahmeprozess wird individuell gestaltet und umfasst mehrere Kennenlerntermine.

Kinder und Jugendliche werden aktiv auf Hilfeplangespräche vorbereitet und bringen ihre Sichtweisen über Gespräche und den Eigenbericht ein.

Mitwirkung von Eltern und Sorgeberechtigten

Eltern und Sorgeberechtigte werden von Beginn an transparent informiert und aktiv in den Hilfeprozess einbezogen. Ziel ist eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem, um bestehende Bindungen zu erhalten und die Entwicklung der Kinder bestmöglich zu fördern.

Dokumentation mit Beteiligung

Kinder und Jugendliche werden altersgerecht an der Dokumentation beteiligt. Sie können ihre Sichtweisen, Ziele und Einschätzungen einbringen – schriftlich, mündlich oder kreativ. Die Berichte werden gemeinsam besprochen und verständlich formuliert.

Beschwerden willkommen

Beschwerden verstehen wir als wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung. Sie können von Kindern, Jugendlichen, Eltern oder anderen am Hilfeplanprozess Beteiligten eingebracht werden.  Die Beschwerde, werden offen, respektvoll und lösungsorientiert behandelt.

Beschwerden können unter anderem gerichtet werden an:

  • die Betreuungspersonen
  • die Fachberatung / Koordination
  • die Geschäftsführung
  • das Jugendamt
  • interne oder externe Vertrauenspersonen

Bei schwerwiegenden Vorwürfen greift unser klar, strukturiertes Beschwerdeverfahren.

Willkommensordner / Logbuch

Jedes betreute Kind und jeder Jugendliche erhält zu Beginn einen Willkommensordner / ein Logbuch. Dieser enthält unter anderem:

  • Informationen zu Kinderrechten
  • Kontakte zu internen und externen Ansprechpersonen
  • Beschwerdemöglichkeiten
  • Unterstützungsangebote und Notfallnummern

Der Ordner dient der Orientierung, der Dokumentation persönlicher Entwicklungen und als sichere Möglichkeit, Anliegen oder Beschwerden zu äußern.

Interne und externe Vertrauenspersonen

Neben den Mitarbeitenden von LegAn stehen den Betreuten unabhängige externe Vertrauenspersonen zur Verfügung, z.B. vom Kinderschutzbund. Diese können vertraulich angesprochen werden. Welche Unterstützung genutzt wird, entscheiden die Kinder und Jugendlichen selbst.